- Initiative Cycleride

Jeder Radfahrer ist ein Auto weniger im Stau....

Fotogalerie

Pannenflicken

Die Initiative Cycleride verleiht seit 2006 jährlich die Auszeichnung "Pannenflicken" an Städte, Gemeinden und Landkreise, die sich allzu offensichtlich, mitunter grob fahrlässig, nicht an die Gesetze, Vorschriften und Empfehlungen in Bezug auf Radverkehr und Radverkehrsanlagen halten und damit die Gesundheit von Radfahrern und deren Rechtssicherheit gefährden. Hierbei geht es nicht nur um überwucherte oder permanent zugeparkte Radwege, sondern vor allem um Radwege, die nie benutzungspflichtig ausgeschildert werden hätten dürfen, da sie nicht den Bestimmungen entsprechen oder keine konkrete Gefahr auf der Fahrbahn vorliegt. Gefährliche Kreuzungen, verwirrende Verkehrssituationen, inakzeptable Radverbotsschilder, schikanöse Ampelschaltungen, unnötige Streckensperrungen und dergleichen werden mit aufgenommen. Nach der Wahl der Cycleride-Mitglieder und deren Fachjuroren erhalten die siegreichen Nominierten am Jahresende die entsprechenden Gemeinden, Kreise oder Länder den "Goldenen, Silbernen und Bronzenen Pannenflicken".

Wer die Paragraphen 2, 39 und 45 StVO korrekt befolgt, wird sich nicht unter den Nominierten wiederfinden.

 

Für Pannenflicken-Nominierungen suchen wir von jedermann bis zu fünf (Ausnahmen möglich) aussagefähige Digitalbilder zu je möglichst 1280 Pixel Größe (breite Seite) inkl. einer kurzen Beschreibung der dargestellten Verkehrssituation und genaue Lagebeschreibung in möglichst wenigen Sätzen. Ein Link zur Stelle in Google Maps(external link) ist sehr hilfreich und sollte gleich mitgeschickt werden. Bitte auf qualitativ ordentliche Bilder achten, aber die Dateigröße gering (unter 1 MB) halten. Wir empfehlen eine Qualitätskomprimierung, z.B. auf 80% mit dem kostenfreien Programm IrfanView.

Hier ein Beispiel, von solch einer gesuchten Situation (Foto: Chris Hübsch): Man braucht eine Weile, um herauszufinden, wo man als Radfahrer fahren darf und wo man evtl. landet.

 

Oder: Wie kommt man hier geradeaus weiter? (siehe auch Kuriositäten-Galerie)

Nach einer hier veröffentlichten internen Vorauswahl werden die sogenannten Preisträger intern von uns gewählt, die dann auch dementsprechend auf den Seiten der Fotogalerie (unten links) veröffentlicht werden.

Damit wollen wir einerseits eine Verbesserung der Gesamtsituation des deutschen Radverkehrs anstreben, andererseits aber auch mahnen, anderswo ähnlichen gefährlichen Unfug durchgehen zu lassen. Der »Pannenflicken« soll also indirekt mehr und mehr für eine überlegtere Verkehrsplanung im Hinblick auf den Radverkehr sorgen.

Bitte senden Sie Ihre Bilder mit den Texten bis zum jeweiligen 31.10. eines Jahres an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Die an uns im Rahmen des »Pannenflicken des Jahres« gesendeten Bilder verbleiben ggf. zu einer weiteren Verwendung bei der Initiative Cycleride. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!


Neuerung ab 2014 - Pannenflicken wird Kooperationsprojekt von der Initiative Cycleride und dem Verbund Service und Fahrrad

 (Bild: Klaus Wörle bei der Auszeichnung "Best for Bike")

Der Pannenflicken ist ab der Saison 2014 offiziell ein Kooperationsprojekt der Initiative Cycleride (IC) und dem Branchenverband Verbund Service und Fahrrad e.V. (VSF).

Darüber hinaus entscheidet ab der Wahl zum "Pannenflicken 2014" erstmals neben dem Mitgliedervotum auch eine Jury aus langjährig erfahrenen Fachleuten, die wir Ihnen hier gerne vorstellen:


Paul Bickelbacher

1963 geboren, studierte in München Geographie mit den Nebenfächern Politik, Soziologie, Verkehrsplanung sowie Stadt-, Regional und Landesplanung). Nach jeweils ca. vier Jahren in einem Architektur- und in einem Ingenieurbüro machte Paul Bickelbacher sich selbstständig und spezialisierte sich auf den Fuß und Radverkehr.

Spannende Projekte waren u.a. der Verkehrentwicklungsplan Radverkehr und das Fahrradstellplatzkonzept sowie das Stadtviertelkonzept Nahmobilität für die Stadt München. Sein Beruf als Stadt- und Verkehrsplaner zeigt ihm immer wieder, dass die eigenen Füße und das Fahrrad die zukunftsfähigen Verkehrsmittel sind, die viele unserer Probleme lösen und die Lebensqualität in unseren Städten deutlich erhöhen können. Darum ist er beim FUSS e.V., beim ADFC und in der SRL engagiert (Vereinigung für Stadt-, Regional und Landesplanung).

Von der fachlichen Arbeit wechselte er schrittweise zur politischen Arbeit, weil hier oft die Hemmnisse liegen, dass fachlich als richtig erkannte Maßnahmen nicht umgesetzt werden. So war er mehrere Jahre in Teilzeit Verkehrsreferent der grünen Landtagfraktion in Bayern. Im Jahr 2008 wurde er für die Grünen in den Münchner Stadtrat gewählt uns setzt sich seitdem für eine zukunftsfähige Mobilität und Stadtentwicklung ein.

 

Albert Herresthal

Jahrgang 1955, Dipl. Sozialpädagoge, Umweltbetriebsprüfer (Uni Augsburg), Politik Manager (Quadriga Berlin)

Albert Herresthal ist seit 1980 in der Fahrradbranche aktiv, 10 Jahre Führung eigenes Fahrrad-Fachgeschäft, Dozent im Forum Berufsbildung Berlin, freier Journalist, und Fachautor. Er verfasste u.a. ein Buch über die Geschichte und Entwicklung des Fahrrads und Artikelserien über die ökologische Produktion und die Situation im Fahrradproduktionsland Taiwan.

Seit 1999 ist Albert Herresthal Vorstand und Geschäftsführer beim Verbund Service und Fahrrad gemeinnütziger e.V. (VSF).

Albert Herresthal ist Mitglied im Beirat des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) zur Umsetzung des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP 2020) der Bundesregierung. Weiterhin ist der VSF Veranstalter der vivavelo Branchenkongresse in Berlin und unterhält ein Hauptstadtbüro im Haus der Bundespressekonferenz.

 

Bernd Sluka

 

Jahrgang 1961, Dipl. Mathematiker, seit 2006 an der Beruflichen Oberschule Passau

Bernd Sluka wirkt seit 1994 im Verkehrsclub Deutschland mit. Zunächst (und noch immer) im VCD Kreisverband Passau/Freyung-Grafenau, ab 1999 im Vorstand des VCD Landesverband Bayern und seit 2003 Vorsitzender des VCD Landesverband Bayern.

Seit 2000 außerdem im ADFC Fachausschuss Technik

Mitbegründer und Redakteur der seit 2006 erscheinenden unabhängigen Zeitschrift "Fahrradzukunft"

Außerdem aktiv bei Carsharing Passau (Mitbegründer) und der Ilztalbahn Passau-Freyung.

Bernd Sluka ist bereits über 20 Jahre Alltagsradfahrer und Fahrradlobbyist und anerkannter Experte für Verkehrsrecht und Verkehrssicherheit mit Schwerpunkt Fahrrad- und Fußverkehr.

Dr. Klaus Wörle 

Jahrgang 1966, Physiker (Universitätsklinikum Regensburg)

Seit 2003 Vorsitzender des ADFC Regensburg.

Klaus Wörle bewirkte in Folge einer zunächst erfolglosen Klage gegen eine Radwegebenutzungspflicht ein Urteil des Bayerischen Verwaltungsgerichtshofs, in letzter Instanz bestätigt durch das Bundesverwaltungsgericht, wonach Benutzungspflichten den strengen Maßstäben des §45 Abs. 9 StVO unterliegen und nur in Ausnahmefällen angeordnet werden dürfen.

Für den Einsatz bei dieser insgesamt achtjährigen juristischen Auseinandersetzung wurde ihm 2011 ein Sonderpreis beim "Best for Bike" Wettbewerb verliehen.

Sein spezielles Interesse gilt der menschengerechten, stadtverträglichen Mobilität und der Gestaltung öffentlicher Räume für multifunktionale Nutzung.

 

Wir danken den Fach-Juroren sehr herzlich für ihre Bereitschaft zur Unterstützung des Pannenflickens und schauen erwartungsvoll in die Zukunft.

 

Service für Staats- und Rechtsanwälte

Für den "Pannenflicken" nominierte Verkehrsführungen sind nicht nur rechtlich problematisch, sondern mitunter auch lebensgefährlich für Radfahrer und oft auch für Fußgänger. Die Initiative Cycleride sieht es mit ihren Mitarbeitern als ihre Aufgabe an, Leib und Leben aller Verkehrsteilnehmer bestmöglich zu bewahren und bei Rechtsstreitigkeiten den Opfern zur Seite zu stehen. Sollten Radfahrer, Fußgänger oder auch Autofahrer (die z.B. einen Radfahrer nicht sehen konnten) Opfer einer Verkehrsunfalls werden oder bei Rechtsstreitigkeiten aufgrund der Art und Beschaffenheit von Radverkehrskonstrukten und behördlichen Anweisungen Unterstützung benötigen, stellt Cycleride sämtliche vorhandene Schriftwechsel und Publikationen (auch aus den Medien) zur Verfügung. Leider ist es in der Vergangenheit schon mehrfach vorgekommen, dass Behörden, die z.T. seit Jahren von problematischen Radverkehrsführungen wussten, behaupteten, sie würden zum ersten Mal davon hören und wären sich der Gefahrenlage nicht bewusst. Zudem kosten Rechtsstreitigkeiten aufgrund fehlerhafter/rechtswidriger Radwege und Radwegbenutzungspflichten den Steuerzahler regelmäßig tausende von Euro, da in aller Regel die Kläger, insbesondere bei ungerechtfertigten Radwegbenutzungspflichten, die Prozesse gegen die Behörden gewinnen.