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Initiative Cycleride

Für eine praxistaugliche Radverkehrspolitik

Wir sind eine private Initiative aus Radfahrerinnen1 und Radfahrern ohne kommerzielle Ziele. Hauptanliegen ist es, mehr Sicherheit, Toleranz und Verständnis im deutschen Radfahreralltag zu erwirken - auch bei sportlichen Radfahrern. Kurz: Wir wollen, dass Sie sich (auch) auf dem Fahrrad gut und sicher fortbewegen können.

Die jetzige Rechtslage und die in diesem Zusammenhang teilweise gefällten Gerichtsurteile quer durch die Republik hinterlassen bei sehr vielen Radfahrern und Kraftfahrzeugführern eine hohe Unsicherheit und Unwissenheit. Darüber hinaus stellt diese bundesweit praktizierte "Fahrradpolitik" das Verkehrsmittel Fahrrad in eine ungleich schlechtere Position als Kraftfahrzeuge.

Wir sind der festen Überzeugung, dass möglich ist, den Radverkehr sicher und komfortabel zu führen und nicht vermeidbar zu gefährden und zu behindern. Unser Ziel ist eine breite gesellschaftliche Debatte über den Stellenwert des Fahrrades als Verkehrsmittel. Wir versuchen, möglichst viele Radfahrertypen unter einen Hut zu bekommen. Allerdings ist uns bewusst, dass es DEN Königsweg für alle Radfahrerwünsche und -vorlieben gepaart mit der optimalen Sicherheit nicht geben kann, denn Radfahrer gelten als die inhomogenste Gruppe unter allen Verkehrsteilnehmern.

Gerade die derzeitigen Diskussionen zu CO2, Dauerstaus, Parkraumsituationen, Feinstaub usw. machen das Fahrrad auf Kurz- oder Mittelstrecken wieder zu einem ernstzunehmenden Fortbewegungsmittel. Jedes Kraftfahrzeug weniger auf unseren Straßen kommt allen zu Gute, unser Traum ist es, dass dies möglichst viele Mitmenschen erkennen, akzeptieren und fördern. Dennoch sind wir uns im Klaren, dass es heutzutage ohne Auto kaum geht, und streben ein harmonisches Miteinander an. Eine Gefährdung von Radfahrern muss vermieden werden. Hier wird unserer Meinung nach viel zu wenig oder - noch schlimmer - das Falsche getan.


---Brennpunkte---

Aktueller Brennpunkt August 2014 [Edit Dezember 2014/November 2015/August 2016]

Erschreckende Unfälle auf den Straßen durch unachtsame und fahrlässige Autofahrer


Die Zahl der unschuldigen Todesopfer auf den Fahrbahnen Deutschlands erschreckt uns zunehmend. Es handelt sich um Unfälle, die bei verantwortungsbewusster Fahrweise nicht passiert wären. Am Sonntagmorgen den 17.09. fuhr eine 19-jährige bei einem offensichtlich missglückten Überholvorgang in zwei Radfahrer. Ein 47-jähriger starb, sein 36-jähriger Kollege liegt nach einer knappen Woche noch immer schwerverletzt und nicht vernehmungsfähig mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus. Die Unfallverursacherin flüchtete zunächst und stellte sich erst später. Sie macht bis zur Stunde von ihrem Schweigerecht Gebrauch und die Polizei untersucht deshalb auf sich selbst gestellt fieberhaft die Unfallzusammenhänge.

Edit: 2015 - Die Fahrerin war offensichtlich durch ihr Smartphone abgelenkt. Artikel

2016 - Untersuchungen ergaben, dass die Fahrerin mindestens 9 Sekunden nicht auf die Fahrbahn sah, weil sie eine WhatsApp-Nachricht tippte. Artikel

Im Juni verschreckte die Meldung aus dem niedersächsischen Cremlingen, bei der eine erst 21-jährige von einem ebenfalls unaufmerksam überholenden Autofahrer angefahren wurde, die Radfahrergemeinde. Die Frau wurde über die Brücke katapultiert und verstarb einige Meter tiefer auf der Eisenbahnanlage.

Im Mai wurde bei Karlsruhe eine 33-jährige Rennradfahrerin ebenfalls von einem unaufmerksamen Autofahrer angefahren. Mehrere Kfz überholten sie korrekt, doch ein nachfolgender 53-jähriger "übersah" sie dann wohl. Sie liegt monatelang schwerstverletzt im Krankenhaus. Den Angehörigen der Unfallopfer möchten wir unser aufrichtiges Beileid aussprechen und hoffen mit den Schwerverletzten, alles gut zu überstehen.

Leider ist festzustellen, dass Autofahrer, die korrekt und verantwortungsbewusst fahren, eher selten sind. Blinken beim Ausscheren, korrekte Sicherheitsabstände von mindestens 1,5 m beim Überholen von Radfahrern, wie sie in der Rechtsprechung gültig ist, sind die Ausnahmen. Wird das Blinken unterlassen, werden nachfolgende Kfz-Fahrer nicht ausreichend "gewarnt". Unterlassen diese dann auch noch die korrekten Sicherheitsabstände zu den - möglicherweise nur zentimeterdicht die Radfahrer überholenden Vorausfahrenden, ist die Gefahr, auf der sonst für Radfahrer recht sicheren Fahrbahn, immens. Doch die 1,5-Meter-Mindestabstände fanden noch nicht den Weg in die StVO. "Ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht", angepasste Fahrweise und Geschwindigkeit heißt es dort. Jederzeitige Fahrzeugbeherrschung, Anhaltemöglichkeit im Sichtbereich weiter. Die Sicherheitsabstände zum Vorausfahrenden betragen den halben Tachowert bei Trockenheit und den Ganzen bei Nässe. Man schaue selbst: Wer hält das ein? Und wenn dann jemand eine Kamera installiert, um sich - wie in Russland üblich - gegen die Gefahren fahrlässig fahrender und überholender Fahrzeuge zu wappnen, sind die Datenschützer nicht einverstanden.

Die Tatsache, dass Bund und Länder finanzielle Engpässe haben, aufgrund dessen die häufig stark überlasteten Polizisten ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen können, darf nicht zulasten der korrekten Radfahrer auf Fahrbahnen gehen. Weiterhin ist es nicht einzusehen, dass das Bundesverkehrsministerium nicht mit Aufklärungskampagnen zu korrekten Überholabstsänden und zur aufmerksamen Fahrweise von sich reden macht, sondern allenfalls durch Proteste gegen "Kampfradler" und unnötige Helmpflichtdiskussionen. Viele Autofahrer wissen offensichtlich nicht, dass Radfahrer auf der Fahrbahn völlig korrekt unterwegs sind und zudem oft sicherer, als auf den zum Teil unsäglichen Radwegen. Wir fordern Bundesminister Alexander Dobrindt auf, alles zu tun, um die Sicherheit auf unseren Straßen wieder auf ein akzeptables Maß herzustellen und dafür zu sorgen, dass die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung - also insbesondere den §1 StVO - eingehalten werden.

[Edit Dezember 2014]

Bei Aulendorf wurde ein 76-jähriger Radfahrer auf der Landesstraße L 285 von einer 51-jährigen Autofahrerin übersehen und beim Zusammenstoß getötet. Und das, obwohl der Radfahrer eine orangefarbene Weste trug. Wie man auf dieser übersichtlichen Strecke jemanden überhaupt "übersehen" kann, bleibt ein Rätsel und es fällt schwer, sich Mutmaßungen zu verkneifen. Dass aber die Medien den "nicht vorhandenen Helm" fleißig erwähnen, sodass zumindest bei einigen Lesern die Schuldfrage am Tod des Radfahrer geklärt wäre, ist kaum erträglich.

Artikel

 

Aktueller Brennpunkt Januar/Februar 2013

Auszeichung des Pannenflickens verzögert sich - aus tragischen Gründen!

Es ist fast unglaublich. Eric, unser Pannenflicken-Beauftragter, ein passionierter und sehr erfahrener Radfahrer und zudem mit entsprechendem Hintergrundwissen bezüglich Radverkehrsplanungen, ist in Kaiserslautern auf der Heimfahrt von der Arbeit auf einem linksseitigen benutzungspflichtigen Radweg von einem unachtsamen, vermutlich überforderten Autofahrer angefahren und schwer verletzt worden! Ausgerechnet Eric, stets vorausschauend und defensiv unterwegs, auch bei Tag mit Licht fahrend (!), verunglückte auf einem Weg, den er selbst so nicht benutzt hätte, wäre er nicht benutzungspflichtig denn linksseitige Radwege bergen das höchste Unfallrisiko. Und dabei war er vor dem Zusammenstoß besonders vorsichtig und sich sicher, der Autofahrer hätte ihn gesehen - was leider nicht der Fall war warum auch immer. Ein Un-Fall, der leider täglich und überall vorkommen kann, denn Menschen machen nun mal Fehler.

Zahlreiche Studien belegen eine bis zu 11,9-fache Unfallgefahr und nach wie vor schert das den Bund und die Länder nicht. Sie halten an der Benutzungspflicht fest, obwohl es keinen Beleg für die Sicherheit solcher Wege gibt sondern nur gegenteiliges! Kommunen und Städte halten sich ohnehin nicht an die Ausschilderung von linksseitigen Benutzungspflichten "nur in gut begründeten Ausnahmefällen, wenn eine besonders hohe Gefahrenlage dies erfordert"! Doch der Staat hat nach wie vor keine Handhabe für die Bevölkerung vorgesehen, um dem Wildwuchs rechtswidriger Benutzungspflichten entgegenzuwirken.

Natürlich hat Kaiserslautern an dieser noch neuen Radwegführung unterlassen, folgender Vorschrift aus VwV-StVO, Rz. 38 nachzukommen: “An Kreuzungen und Einmündungen [...] ist für den Fahrzeugverkehr auf der untergeordneten Straße das Zeichen 205 „Vorfahrt gewähren.“ oder Zeichen 206 „Halt. Vorfahrt gewähren.“ Jeweils mit dem Zusatzzeichen mit dem Sinnbild eines Fahrrades und zwei gegengerichteten waagerechten Pfeilen (1000-32) anzuordnen.”). Und das bei einem Weg, der erst letzten Herbst fertiggestellt wurde und der auch sonst leider alles andere als zeitgemäß ist. Da tröstet es auch wenig, dass er einigermaßen breit ist.

Nun sitzt unser Eric wochenlang mit mehreren, langwierigen Knochenbrüchen zuhause, nachdem er zu anfangs großflächige Bandagierungen und opiathaltige Schmerzmittel ertragen musste, um das Ganze überhaupt auszuhalten. Wir wünschen Eric alles Gute und hoffen auf vollständige Genesung!

Die Verteilung der Pannenflicken-Auszeichnungen verzögert sich und wird unter Mithilfe von unseren anderen Mitarbeitern vorbereitet.

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Brennpunkt Juni/Juli 2012

Warnung vor Kampfradlern durch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) stellt sich als blanke Provokation heraus.

Laut Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der Gründen Bundestagsfraktion in einem Interview mit dem Radsportmagazin TOUR, entbehrt der "Kampfradler"-Vorwurf jeder Grundlage! Im Gegenteil zeigte sich bei einer Anfrage der Grünen im Deutschen Bundestag, dass es kein Datenmaterial über zunehmende Regelverstöße durch Radfahrer gebe. Dagegen nehme die Anzahl der Unfälle von Radfahrern unter Aklohol- und Drogeneinfluss im Straßenverkehr sogar deutlich ab! Rücksichtsloses Verhalten käme bei allen Verkehrsteilnehmern vor, nicht nur bei Radfahrern. Die Situation ließe sich eher verbessern, wenn sich der Verkehr an die ungeschützten Verkehrsteilnehmer anpasse als dass sich Fußgänger und Radfahrer mit Helmen und Schutzwesten dem Verkehr anpassen so Kühn weiter.

Im Ministerium die Zuständigen für den Radverkehr ausfindig zu machen, bedarf einer langen Suche auf dem Organigramm. Viele Abgeordnete würden den Radverkehr nur aus der Freizeit kennen. Folgerichtig scheint die Annahme von Kühn zutreffend, dass Herr Dr. Ramsauer in regelmäßigen Abständen den Verkehr durch die Windschutzscheibe seines Dienstwagens betrachtet und daraus folgernd haltlose Provokationen äußert.

Die Initiative Cycleride fordert die Regierungsparteien wie auch den gesamten Stab verkehrspolitisch Verantwortlicher dazu auf, provokative, gräbenvertiefende Äußerungen zu unterlassen und dafür zu sorgen, dass Radfahrer nicht nur als ernsthafte Verkehrsteilnehmer akzeptiert werden, sondern sich auch auf allen Straßen und Wegen zügig und sicher fortbewegen können. Hierzu ist es unerlässlich, radverkehrstaugliche Infrastrukturen und -gesetze zu schaffen, die durch Einfachheit und Nachvollziehbarkeit auch von jedem verstanden werden. Aufgrund der nach wie vor gravierenden Mängel unzähliger Radwege fordern wir nach wie vor die vollständige Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht.

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Brennpunkt September 2011

Die Bild-Zeitung hat zusammen mit AutoBild und Bild-Online Falschmeldungen veröffentlicht, die Radfahrer in ein schlechtes Licht rücken - zu Unrecht.

Aus der sonst eigentlich gut recherchierten AutoBild Nr. 35 vom 02.09.2011 kann man unter dem "AutoBild-Ratgeber" - Was dürfen Radfahrer entnehmen, dass Radfahrer vorhandene Radwege benutzen müssen! Das ist falsch! Zudem ließen sich die AutoBild-Redakteure es sich nicht nehmen, sich auf ein gewisses Anti-Radfahrer-Niveau herunterzulassen. Der Text beginnt folgendermaßen:

Berufsverkehr, halb acht. Autos quälen sich zweispurig in die Stadt. Auf der rechten Spur geht nichts voran: Dort zuckelt ein Radfahrer, obwohl er auf einen Radweg ausweichen könnte. Folge: genervte Autofahrer, Hupkonzert. Und die Frage: Darf der da überhaupt fahren?

(Nach diesem traurigen, an den Haaren herbeigezogenen Vorgeplänkel folgt die Falschaussage):

Nein. Denn ist ein Radweg vorhanden, müssen Radfahrer ihn benutzen. Wer trotzdem auf der Straße fährt, riskiert ein Ticket von 15 Euro, Wer andere dabei behindert, zahlt 20 Euro.

Das ist falsch! Folgende Zeilen haben wir der Redaktion von AutoBild zukommen lassen (Ausschnitt)

... Denn die allgemeine Radwegsbenutzungspflicht wurde bereits mit der StVO-Novelle von 1997 aufgehoben. Seitdem gibt es auch Radwege ohne Benutzungspflicht, da sich Radwege in zahlreichen Untersuchungen (u.a. der BaSt) als grundsätzlich gefährlich herausgestellt haben. Selbst wenn ein Radweg mit einem "Blauschild" 237, 240 oder 241 versehen ist, gilt keine absolute Benutzungspflicht, weil auch solche Radwege straßenbegleitend, zumutbar, benutzbar, erreichbar und sicher sein müssen. Das trifft für viele blau beschilderte Radwege nicht zu. Bitte bedenken Sie, dass solcherlei Falschaussagen für Radfahrer mitunter fatal sein können, da manche Kfz-Fahrer sich dadurch leider zu "Erziehungsmaßnahmen" verleiten lassen.

Bis heute gab es jedoch noch keinerlei Reaktionen seitens der Bild-Redaktionen. Noch heute ist unter BILD-de diese Falschaussage publik. Der Presserat wurde bereits informiert, ebenso das Bundesministerium für Verkehr. Die Initiative Cycleride fordert umgehend eine Gegendarstellung und eine umfassende Veröffentlichung der Korrekturen!

Witere Links zum Thema:

http://rad-in-rd.de/index.php?option=com_content&view=article&id=70:desinformation-durch-bild&catid=30:pressespiegel&Itemid=29

http://www.criticalmass-hamburg.de/was-durfen-autofahrer-sich-alles-erlauben/

 Dazu kommt noch, dass ausgerechnet noch mal AutoBild erst vier Wochen vorher in Ausgabe Nr. 31 im "Ratgeber Recht" unter dem wenig schmeichelhaften Titel der "Top-Ten" der Ärgernisse: "Fahrrad-Rambos"

noch eine Falschaussage zum rechts überholen innerorts machte, wieder im entsprechenden Unterton:

"Es ist ein echtes Großstradt-Problem: Radler überholen an der Ampel rechts, Autofahrer müssen höllisch aufpassen beim Rechtsabbiegen. Dabei steht es in der Straßenverkehrsordnung: links überholen! Die Strafe: Wer innerhalb geschlossener Ortschaften rechts überholt, zahlt 10 Euro."

Auch das ist eine Falschaussage und auch hier antworteten wir mit einem Leserbrief:

"Die Fahrrad-Rambos haben es in Ihre Top-Ten geschafft mit einem Vergehen, das keines ist. Laut §5 Abs. 8 StVO darf eindeutig rechts überholt werden. Natürlich nur bei ausreichend Raum und mit mäßiger Geschwindigkeit. Obwohl es sicher auch unter Radfahrern - wie auch unter Autofahrern - Rambos und Chaoten gibt, bitte ich darum, diese gräbenvertiefende Wortwahl milder zu gestalten. "

Leider wurde auch dieser Leserbrief weder veröffentlicht, noch beantwortet oder gar entsprechend reagiert. Auch hier fordern wird nachdrücklich eine entsprechende Gegendarstellung!

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Pannenflicken

Jährlich verleihen wir die Auszeichnung "Pannenflicken" an Städte, Gemeinden und Landkreise, die allzu offensichtlich nicht an den Radverkehr denken und fahrlässig die Gesundheit von Radfahrern gefährden. Für 2006 wurden die drei schlimmsten Trampelpfade, die als benutzungspflichtiger, gemeinsamer Fuß- und Radweg für beide Richtungen ausgeschildert sind, geehrt. Der silberne Pannenflicken wurde durch die Stadt Viechtach sehr schnell komplett beseitigt, die Rad-/Fußwege sind nun reine Fußwege. So muss es sein! Auch 2007 gab es einige Überraschungen. Ober-Ramstadt reagierte binnen einer Woche mit einer kompletten Umbeschilderung, andere dagegen meinten, was wir denn gegen Schotter-Radwege hätten und haben bis heute nichts geändert. 2008 siegte ein katastrophales Sammelsurium von Rechtswidrigkeiten auf einem gemeinsamen Zwei-Richtungs-Radstreifen in Filderstadt, auf den sogar noch Fußgänger verwiesen werden. Und das vor einem Gymnasium! 2009 gab es einen auf dem Radweg mittig mit Bäumen bepflanzten Sieger und erstmals auch einen Preisträger, dessen Zwei-Richtungs-Radweg durch eine dunkle Scheune führt! 2010 siegte Delmenhorst mit einem völlig unzureichendem Radweg, dessen Pannenflickensieg jedoch bei den Lokalpolitikern auf teilweise deutlichen Protest stieß.

Petition gegen die Radwegbenutzungspflicht

Unser Mitarbeiter Sven Ledebrink hat zur Verbesserung dieses Zustandes eine öffentliche Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht, in der er die vollständige Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht fordert. Die fast 17.000 Unterzeichner warteten ungewöhnlich lange gespannt darauf, wie sich der Petitionsausschuss des Bundestages dazu äußert. Wir waren uns sicher, dass sich irgendetwas wirklich Einschneidendes tun wird, denn die derzeitigen Radverkehrsprobleme sind einfach nicht mehr akzeptabel. Dies rührt vor allem daher, dass äußerst viele Kommunen schlichtweg die StVO und deren Verwaltungsvorschrift missachten. Dadurch werden z. B. Radwege gebaut, die nachweislich gefährlicher sind, als die Fahrbahn. 

Leider wurde unsere Petition dann doch abgewiesen. Äußerungen des damaligen parlamentarischen Staatssekretärs des Bundesverkehrsministeriums Kasparick zufolge gäbe es gar keine Radwegsbenutzungspflicht! Dies sei leider noch immer kaum zu den Verkehrsplanern durchgedrungen, die überwiegend falsch planen und beschildern würden. In diesem Zeitraum wurde dann auch die Fahrradakademie durch den Bund gegründet, der Verkehrsplaner unter anderem in diesen Punkten schulen sollte.

"Radwege" sind laut Bund und StVO lediglich Alternativen für Radfahrer zur Fahrbahn! Radfahrer dürfen nicht auf Wege gezwungen werden, auf denen sie größeren Unfallgefahren ausgesetzt sind, als auf der Fahrbahn!

Fragen, Anregungen, Kritik

Haben Sie konkrete Fragen? Dann wenden Sie sich direkt an uns: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">kontakt (at) cycleride (dot) de}.

Wir freuen uns über jegliche Unterstützung!


1 Auf unserer Website sollen sich ausdrücklich Frauen und Männer angesprochen fühlen. Wegen der besseren Lesbarkeit wird aber regelmäßig das generische Maskulinum "Radfahrer" verwendet (Hintergrundinformationen zum grammatischen Geschlecht und seiner Verwechslung mit dem natürlichen Geschlecht(external link)).