- Initiative Cycleride

Jeder Radfahrer ist ein Auto weniger im Stau....

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Brennpunkt Juni/Juli 2012

Brennpunkt Juni/Juli 2012

Warnung vor Kampfradlern durch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) stellt sich als blanke Provokation heraus.

Laut Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der Gründen Bundestagsfraktion in einem Interview mit dem Radsportmagazin TOUR, entbehrt der "Kampfradler"-Vorwurf jeder Grundlage! Im Gegenteil zeigte sich bei einer Anfrage der Grünen im Deutschen Bundestag, dass es kein Datenmaterial über zunehmende Regelverstöße durch Radfahrer gebe. Dagegen nehme die Anzahl der Unfälle von Radfahrern unter Aklohol- und Drogeneinfluss im Straßenverkehr sogar deutlich ab! Rücksichtsloses Verhalten käme bei allen Verkehrsteilnehmern vor, nicht nur bei Radfahrern. Die Situation ließe sich eher verbessern, wenn sich der Verkehr an die ungeschützten Verkehrsteilnehmer anpasse als dass sich Fußgänger und Radfahrer mit Helmen und Schutzwesten dem Verkehr anpassen so Kühn weiter.

Im Ministerium die Zuständigen für den Radverkehr ausfindig zu machen, bedarf einer langen Suche auf dem Organigramm. Viele Abgeordnete würden den Radverkehr nur aus der Freizeit kennen. Folgerichtig scheint die Annahme von Kühn zutreffend, dass Herr Dr. Ramsauer in regelmäßigen Abständen den Verkehr durch die Windschutzscheibe seines Dienstwagens betrachtet und daraus folgernd haltlose Provokationen äußert.

Die Initiative Cycleride fordert die Regierungsparteien wie auch den gesamten Stab verkehrspolitisch Verantwortlicher dazu auf, provokative, gräbenvertiefende Äußerungen zu unterlassen und dafür zu sorgen, dass Radfahrer nicht nur als ernsthafte Verkehrsteilnehmer akzeptiert werden, sondern sich auch auf allen Straßen und Wegen zügig und sicher fortbewegen können. Hierzu ist es unerlässlich, radverkehrstaugliche Infrastrukturen und -gesetze zu schaffen, die durch Einfachheit und Nachvollziehbarkeit auch von jedem verstanden werden. Aufgrund der nach wie vor gravierenden Mängel unzähliger Radwege fordern wir nach wie vor die vollständige Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht.

Brennpunkt September 2011

Brennpunkt September 2011

Die Bild-Zeitung hat zusammen mit AutoBild und Bild-Online Falschmeldungen veröffentlicht, die Radfahrer in ein schlechtes Licht rücken - zu Unrecht.

Aus der sonst eigentlich gut recherchierten AutoBild Nr. 35 vom 02.09.2011 kann man unter dem "AutoBild-Ratgeber" - Was dürfen Radfahrer entnehmen, dass Radfahrer vorhandene Radwege benutzen müssen! Das ist falsch! Zudem ließen sich die AutoBild-Redakteure es sich nicht nehmen, sich auf ein gewisses Anti-Radfahrer-Niveau herunterzulassen. Der Text beginnt folgendermaßen:

Berufsverkehr, halb acht. Autos quälen sich zweispurig in die Stadt. Auf der rechten Spur geht nichts voran: Dort zuckelt ein Radfahrer, obwohl er auf einen Radweg ausweichen könnte. Folge: genervte Autofahrer, Hupkonzert. Und die Frage: Darf der da überhaupt fahren?

(Nach diesem traurigen, an den Haaren herbeigezogenen Vorgeplänkel folgt die Falschaussage):

Nein. Denn ist ein Radweg vorhanden, müssen Radfahrer ihn benutzen. Wer trotzdem auf der Straße fährt, riskiert ein Ticket von 15 Euro, Wer andere dabei behindert, zahlt 20 Euro.

Das ist falsch! Folgende Zeilen haben wir der Redaktion von AutoBild zukommen lassen (Ausschnitt)

... Denn die allgemeine Radwegsbenutzungspflicht wurde bereits mit der StVO-Novelle von 1997 aufgehoben. Seitdem gibt es auch Radwege ohne Benutzungspflicht, da sich Radwege in zahlreichen Untersuchungen (u.a. der BaSt) als grundsätzlich gefährlich herausgestellt haben. Selbst wenn ein Radweg mit einem "Blauschild" 237, 240 oder 241 versehen ist, gilt keine absolute Benutzungspflicht, weil auch solche Radwege straßenbegleitend, zumutbar, benutzbar, erreichbar und sicher sein müssen. Das trifft für viele blau beschilderte Radwege nicht zu. Bitte bedenken Sie, dass solcherlei Falschaussagen für Radfahrer mitunter fatal sein können, da manche Kfz-Fahrer sich dadurch leider zu "Erziehungsmaßnahmen" verleiten lassen.

Bis heute gab es jedoch noch keinerlei Reaktionen seitens der Bild-Redaktionen. Noch heute ist unter BILD-de diese Falschaussage publik. Der Presserat wurde bereits informiert, ebenso das Bundesministerium für Verkehr. Die Initiative Cycleride fordert umgehend eine Gegendarstellung und eine umfassende Veröffentlichung der Korrekturen!

Witere Links zum Thema:

http://rad-in-rd.de/index.php?option=com_content&view=article&id=70:desinformation-durch-bild&catid=30:pressespiegel&Itemid=29

http://www.criticalmass-hamburg.de/was-durfen-autofahrer-sich-alles-erlauben/

 Dazu kommt noch, dass ausgerechnet noch mal AutoBild erst vier Wochen vorher in Ausgabe Nr. 31 im "Ratgeber Recht" unter dem wenig schmeichelhaften Titel der "Top-Ten" der Ärgernisse: "Fahrrad-Rambos"

noch eine Falschaussage zum rechts überholen innerorts machte, wieder im entsprechenden Unterton:

"Es ist ein echtes Großstradt-Problem: Radler überholen an der Ampel rechts, Autofahrer müssen höllisch aufpassen beim Rechtsabbiegen. Dabei steht es in der Straßenverkehrsordnung: links überholen! Die Strafe: Wer innerhalb geschlossener Ortschaften rechts überholt, zahlt 10 Euro."

Auch das ist eine Falschaussage und auch hier antworteten wir mit einem Leserbrief:

"Die Fahrrad-Rambos haben es in Ihre Top-Ten geschafft mit einem Vergehen, das keines ist. Laut §5 Abs. 8 StVO darf eindeutig rechts überholt werden. Natürlich nur bei ausreichend Raum und mit mäßiger Geschwindigkeit. Obwohl es sicher auch unter Radfahrern - wie auch unter Autofahrern - Rambos und Chaoten gibt, bitte ich darum, diese gräbenvertiefende Wortwahl milder zu gestalten. "

Leider wurde auch dieser Leserbrief weder veröffentlicht, noch beantwortet oder gar entsprechend reagiert. Auch hier fordern wird nachdrücklich eine entsprechende Gegendarstellung!