- Initiative Cycleride

Jeder Radfahrer ist ein Auto weniger im Stau....

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Brennpunkt Kölner Teller - Dezember 2017

Schwere Unfälle mit Todesfolge wegen "Verkehrsberuhigung"!?

Soweit ist es nun also schon gekommen. Wir knicken vor dem Autoverkehr dermaßen ein, dass unschuldige Radfahrer zu Tode kommen oder schwer verletzt werden. Ein Thema, das Menschen, die einfach nur am Verkehr teilnehmen wollen um von A nach B zu kommen und sich an die Regeln halten, richtig aufregt - in drei Akten (bitte Links anklicken):

Eine Vorahnung bewahrheitete sich:

Sind die "Kölner Teller" gefährlich?

Wieder mal eine Fehlplanung, die erst zu spät kritisch beäugt und öffentlichkeitswirksam kritisiert wurde (auch hier zeigt sich, wie wichtig der ADFC und kritische Mitbürger sind!):

Was Kölner Teller bringen und wie gefährlich sie sind (plus Videos)

Nachdem die "Versuchsphase" mit mehreren Unfällen vorbei ist, ein Radfahrer weniger unter uns weilt:

Heidelberg: Stadt entfernt umstrittene Bremsschwellen

Auch hier ist meiner Ansicht nach unübersehbar: Die verantwortlichen Verkehrsplaner und Entscheider schauen sich die Einbauten einfach nicht genau genug an bzw. haben keine Ahnung von fahrphysikalischen Kräften, der Rutschempfindlichkeit schmaler Reifen von einspurigen Fahrzeugen oder haben sich überhaupt nichts dabei gedacht, hauptsache "Verkehrsberuhigung"! Die Betroffenheit der Stadt hilft hier leider nicht. Menschenleben sind unbezahlbar. Ein Blitzer ist es nicht.

Ein Mensch ist ein Individuum, hier müssen sämtliche Verhaltensmuster (wer fährt wie und wo) und äußere Umstände (Witterung und Tageszeit) simuliert werden, bevor man sich für teure und gefährliche Maßnahmen entscheidet, die dann womöglich Menschenleben kosten. So was darf im 21. Jahrhundert einfach nicht mehr passieren. Haben wir denn aus der Vergangenheit noch nicht genug gelernt?

Wir sind und bleiben 2017 und auch 2018 der Meinung, das folgende Maßnahmen dringend erforderlich sind: Strafen für zu schnelles Fahren massiv erhöhen, Verkehrsüberwachung erheblich verstärken, damit Tempolimits auch ohne diese Schikanen, die immer auch die korrekt fahrenden Auto- und Motorradfahrer (und Radfahrer sowieso) bestrafen und die Umwelt belasten, eingehalten werden. Die Verkehrsmoral ist nicht gut. Gefahren wird wie man will. Es überwacht ja keiner.

Auch über eine Wiederholung der theoretischen und praktischen Fahrprüfung sollte man nachdenken, denn leider brennen sich mit der Zeit bei den Autofahrern bestimmte Verhaltensmuster ein, die anders einfach nicht aufgedeckt und beseitigt werden können. Das betrifft auch Abstand halten, blinken und so weiter.

Wir Deutschen sind doch irgendwie mies drauf, wenn wir solche einbremsenden Schikanen brauchen, die unschuldige Todesopfer fordern. Ist denn so was wie Anstand heutzutage nichts mehr wert? Allerdings muss hier gesagt sein, dass Tempo 20 extrem langsam ist und die Frage, ob Tempo 30 es nicht auch getan hätte, welches sicher eher eingehalten worden wäre, muss erlaubt sein. Tempolimits müssen auch angemessen sein.

Unser Beileid für die Hinterbliebenen des verstorbenen Radfahrers.

Brennpunkt Unfälle - August 2014/Dez. 2014/Nov. 2015/Aug. 2016

Aktueller Brennpunkt August 2014 [Edit Dezember 2014/November 2015/August 2016]

Erschreckende Unfälle auf den Straßen durch unachtsame und fahrlässige Autofahrer


Die Zahl der unschuldigen Todesopfer auf den Fahrbahnen Deutschlands erschreckt uns zunehmend. Es handelt sich um Unfälle, die bei verantwortungsbewusster Fahrweise nicht passiert wären. Am Sonntagmorgen den 17.09. fuhr eine 19-jährige bei einem offensichtlich missglückten Überholvorgang in zwei Radfahrer. Ein 47-jähriger starb, sein 36-jähriger Kollege liegt nach einer knappen Woche noch immer schwerverletzt und nicht vernehmungsfähig mit lebensgefährlichen Verletzungen im Krankenhaus. Die Unfallverursacherin flüchtete zunächst und stellte sich erst später. Sie macht bis zur Stunde von ihrem Schweigerecht Gebrauch und die Polizei untersucht deshalb auf sich selbst gestellt fieberhaft die Unfallzusammenhänge.

Edit: 2015 - Die Fahrerin war offensichtlich durch ihr Smartphone abgelenkt. Artikel

2016 - Untersuchungen ergaben, dass die Fahrerin mindestens 9 Sekunden nicht auf die Fahrbahn sah, weil sie eine WhatsApp-Nachricht tippte. Artikel

Im Juni verschreckte die Meldung aus dem niedersächsischen Cremlingen, bei der eine erst 21-jährige von einem ebenfalls unaufmerksam überholenden Autofahrer angefahren wurde, die Radfahrergemeinde. Die Frau wurde über die Brücke katapultiert und verstarb einige Meter tiefer auf der Eisenbahnanlage.

Im Mai wurde bei Karlsruhe eine 33-jährige Rennradfahrerin ebenfalls von einem unaufmerksamen Autofahrer angefahren. Mehrere Kfz überholten sie korrekt, doch ein nachfolgender 53-jähriger "übersah" sie dann wohl. Sie liegt monatelang schwerstverletzt im Krankenhaus. Den Angehörigen der Unfallopfer möchten wir unser aufrichtiges Beileid aussprechen und hoffen mit den Schwerverletzten, alles gut zu überstehen.

Leider ist festzustellen, dass Autofahrer, die korrekt und verantwortungsbewusst fahren, eher selten sind. Blinken beim Ausscheren, korrekte Sicherheitsabstände von mindestens 1,5 m beim Überholen von Radfahrern, wie sie in der Rechtsprechung gültig ist, sind die Ausnahmen. Wird das Blinken unterlassen, werden nachfolgende Kfz-Fahrer nicht ausreichend "gewarnt". Unterlassen diese dann auch noch die korrekten Sicherheitsabstände zu den - möglicherweise nur zentimeterdicht die Radfahrer überholenden Vorausfahrenden, ist die Gefahr, auf der sonst für Radfahrer recht sicheren Fahrbahn, immens. Doch die 1,5-Meter-Mindestabstände fanden noch nicht den Weg in die StVO. "Ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht", angepasste Fahrweise und Geschwindigkeit heißt es dort. Jederzeitige Fahrzeugbeherrschung, Anhaltemöglichkeit im Sichtbereich weiter. Die Sicherheitsabstände zum Vorausfahrenden betragen den halben Tachowert bei Trockenheit und den Ganzen bei Nässe. Man schaue selbst: Wer hält das ein? Und wenn dann jemand eine Kamera installiert, um sich - wie in Russland üblich - gegen die Gefahren fahrlässig fahrender und überholender Fahrzeuge zu wappnen, sind die Datenschützer nicht einverstanden.

Die Tatsache, dass Bund und Länder finanzielle Engpässe haben, aufgrund dessen die häufig stark überlasteten Polizisten ihren Aufgaben nicht mehr nachkommen können, darf nicht zulasten der korrekten Radfahrer auf Fahrbahnen gehen. Weiterhin ist es nicht einzusehen, dass das Bundesverkehrsministerium nicht mit Aufklärungskampagnen zu korrekten Überholabstsänden und zur aufmerksamen Fahrweise von sich reden macht, sondern allenfalls durch Proteste gegen "Kampfradler" und unnötige Helmpflichtdiskussionen. Viele Autofahrer wissen offensichtlich nicht, dass Radfahrer auf der Fahrbahn völlig korrekt unterwegs sind und zudem oft sicherer, als auf den zum Teil unsäglichen Radwegen. Wir fordern Bundesminister Alexander Dobrindt auf, alles zu tun, um die Sicherheit auf unseren Straßen wieder auf ein akzeptables Maß herzustellen und dafür zu sorgen, dass die Grundregeln der Straßenverkehrsordnung - also insbesondere den §1 StVO - eingehalten werden.

[Edit Dezember 2014]

Bei Aulendorf wurde ein 76-jähriger Radfahrer auf der Landesstraße L 285 von einer 51-jährigen Autofahrerin übersehen und beim Zusammenstoß getötet. Und das, obwohl der Radfahrer eine orangefarbene Weste trug. Wie man auf dieser übersichtlichen Strecke jemanden überhaupt "übersehen" kann, bleibt ein Rätsel und es fällt schwer, sich Mutmaßungen zu verkneifen. Dass aber die Medien den "nicht vorhandenen Helm" fleißig erwähnen, sodass zumindest bei einigen Lesern die Schuldfrage am Tod des Radfahrer geklärt wäre, ist kaum erträglich.

Artikel

Brennpunkt Januar/Februar 2013

Brennpunkt Januar/Februar 2013

Auszeichung des Pannenflickens verzögert sich - aus tragischen Gründen!

Es ist fast unglaublich. Eric, unser Pannenflicken-Beauftragter, ein passionierter und sehr erfahrener Radfahrer und zudem mit entsprechendem Hintergrundwissen bezüglich Radverkehrsplanungen, ist in Kaiserslautern auf der Heimfahrt von der Arbeit auf einem linksseitigen benutzungspflichtigen Radweg von einem unachtsamen, vermutlich überforderten Autofahrer angefahren und schwer verletzt worden! Ausgerechnet Eric, stets vorausschauend und defensiv unterwegs, auch bei Tag mit Licht fahrend (!), verunglückte auf einem Weg, den er selbst so nicht benutzt hätte, wäre er nicht benutzungspflichtig denn linksseitige Radwege bergen das höchste Unfallrisiko. Und dabei war er vor dem Zusammenstoß besonders vorsichtig und sich sicher, der Autofahrer hätte ihn gesehen - was leider nicht der Fall war warum auch immer. Ein Un-Fall, der leider täglich und überall vorkommen kann, denn Menschen machen nun mal Fehler.

Zahlreiche Studien belegen eine bis zu 11,9-fache Unfallgefahr und nach wie vor schert das den Bund und die Länder nicht. Sie halten an der Benutzungspflicht fest, obwohl es keinen Beleg für die Sicherheit solcher Wege gibt sondern nur gegenteiliges! Kommunen und Städte halten sich ohnehin nicht an die Ausschilderung von linksseitigen Benutzungspflichten "nur in gut begründeten Ausnahmefällen, wenn eine besonders hohe Gefahrenlage dies erfordert"! Doch der Staat hat nach wie vor keine Handhabe für die Bevölkerung vorgesehen, um dem Wildwuchs rechtswidriger Benutzungspflichten entgegenzuwirken.

Natürlich hat Kaiserslautern an dieser noch neuen Radwegführung unterlassen, folgender Vorschrift aus VwV-StVO, Rz. 38 nachzukommen: “An Kreuzungen und Einmündungen [...] ist für den Fahrzeugverkehr auf der untergeordneten Straße das Zeichen 205 „Vorfahrt gewähren.“ oder Zeichen 206 „Halt. Vorfahrt gewähren.“ Jeweils mit dem Zusatzzeichen mit dem Sinnbild eines Fahrrades und zwei gegengerichteten waagerechten Pfeilen (1000-32) anzuordnen.”). Und das bei einem Weg, der erst letzten Herbst fertiggestellt wurde und der auch sonst leider alles andere als zeitgemäß ist. Da tröstet es auch wenig, dass er einigermaßen breit ist.

Nun sitzt unser Eric wochenlang mit mehreren, langwierigen Knochenbrüchen zuhause, nachdem er zu anfangs großflächige Bandagierungen und opiathaltige Schmerzmittel ertragen musste, um das Ganze überhaupt auszuhalten. Wir wünschen Eric alles Gute und hoffen auf vollständige Genesung!

Die Verteilung der Pannenflicken-Auszeichnungen verzögert sich und wird unter Mithilfe von unseren anderen Mitarbeitern vorbereitet.