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Jeder Radfahrer ist ein Auto weniger im Stau....

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Das Magazin Stern prangert Ausrede "Toter Winkel" an

So langsam scheinen sich die Zeiten zu ändern und das Blatt sich zu wenden. Viel zu lange wurde das Thema "Radfahrer getötet durch rechtsabbiegende LKW" totgeschwiegen. Unerträgliche Aussagen der - oft von den Spediteuren gestressten - LKW-Fahrer vor Gericht führten zu Freisprüchen, eventuell zu Bewährungsstrafen, nicht selten nicht einmal zum Führerscheinentzug. "Der Fahrer konnte nichts sehen" so die übliche Begründung. Also darf man einfach drauflos fahren? Rechts abbiegen ohne was zu sehen?

Seit Jahren fordern Verkehrsexperten und Radverkehrsverbände Sicherungseinrichtungen wie Totwinkelwarner und Abbiegeassistenten oder kameragestützte Systeme wie z.B. ProViu an LKWs. Einige gehen sogar so weit, dass sie eine Beifahrerpflicht innerorts fordern, wenn all diese Systeme nicht an LKW-Bord sind. Denn blind abzubiegen, weil man ja nichts sehen kann, ist absolutes No-Go - zumal sehr viele Radfahrer, die bei Grün über die Radwegfurt fahren, erfasst und überrollt werden.

Nun hat Stern Redakteur Gernot Kramper aufgrund eines erneut traurigen Unfalls in Hamburg knallharte Fakten zelebriert. Der Tote Winkel ist eine faule Ausrede. Blind abbiegende LKW-Fahrer handeln grob fahrlässig und die Politik tut viel zu wenig. Auch die Presse bekommt ihr Fett weg, schreibt sie doch allzu oft von "Radfahrer wurde übersehen" statt "Radfahrer/in wurde vom LKW-Fahrer aus Achtlosigkeit getötet". Krass, hart aber real zutreffend. Oder?

Noch dazu lassen Kraftfahrer bei solchen Unfällen leider oft keine Einsicht erkennen, obwohl das Abbiegen, ohne etwas zu sehen, grundsätzlich verboten ist. Unglaublich, aber seit Jahren Usus. Und Radfahrer bekommen dann von Berufskraftfahrern auch noch ihr Fett weg, wie in der Soester Zeitung, dass Radfahrer generell warten müssten, auch wenn sie Grün hätten.

Wir meinen: Ein herausragender, gut recherchierter Artikel, bei dem wir uns angesicht der oft übermilden Presse die Augen reiben. Bravo Gernot Kramper!

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Jetzt sind wir gespannt, was sich tut....bundesweit. Auf geht's Herr Scheuer!