
Gerade einmal 160 Meter nach Beginn des nicht näher deklarierbaren Streifens endet der Radweg an einer recht stark befahrenen Einmündung. Eine (vorgeschriebene!) Radwegfurt gibt es nicht. Radfahrer müssen oft auf ihren Vorrang zugunsten der aus dem Industriegebiet rechts kommenden Fahrzeuge verzichten, was angesichts der Einkaufsläden dort mit reichlich Verkehr und somit Wartezeit verbunden sein kann. Denn die meisten Autofahrer fahren ungebremst bis nach vorne zur Haltelinie und die wenigsten kennen die Vorfahrtregelungen von straßenbegleitenden Radwegen - auch bei fehlenden Furten!
Nicht zu vergessen: Fußgänger an der gezeigten Fußgängerampel erhöhen naturgemäß das Konfliktpotenzial, besonders dann, wenn Kinder oder Hunde dabei sind.
Rechtsabbiegende Fahrzeuge aus der Nürtinger Straße haben zwar ebenfalls Wartepflicht, es ist aber bekannt, dass sich - erst recht bei fehlenden Radwegfurten - die Kfz-Fahrer nicht daran halten. Mangels Wissens oder Willens. Demzufolge ist eine der Haupttodesursachen von Radfahrern das Überrolltwerden von rechts abbiegenden LKW. Und zwar auch mit bestehenden Furtmarkierungen! Siehe auch den Brennpunkt aus Berlin unter "Aktuelles". Die Hauptverantwortlichen, sollte hier mal etwas Schlimmes passieren, sind also wie so oft im Bereich der Verkehrsplaner und Verkehrsbehörden zu suchen.
Auf der anderen Seite der Straßeneinmündung geht der Weg (nach Überfahren einer durchgezogenen Mittellinie) übrigens weiter als Gehweg mit Zusatz "Fahrrad frei" . Das bedeutet, dass zum Schutz der Fußgänger Radfahrer hier zurecht nur 4 - 7 km/h fahren dürfen. Dass sich daran niemand hält, ist allgemein bekannt. Aber: Hier besteht keine Benutzungspflicht mehr. Also ist die Straße nicht mehr übermäßig gefährlich.
Oder?
Unsere Meinung: Die Markierung und der "Radweg" müssen sofort aufgehoben werden. Sie entsprechen nicht den Vorschriften und bringen mehr Gefahren als Sicherheiten. Eine Fahrbahnrückführung wäre zwingend erforderlich, jedoch blanker Unsinn für eine Wegstrecke von gerade einmal 160 Metern, zumal es danach auf einem Gehweg weitergeht.