- Initiative Cycleride

Jeder Radfahrer ist ein Auto weniger im Stau....

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PM zum Pannenflicken 2008

Der Goldene Pannenflicken 2008 für eine schlechte Radverkehrsanlage ging an Filderstadt

Die Initiative Cycleride, ein bundesweiter Zusammenschluss von radverkehrspolitisch motivierten Radfahrern, verleiht jährlich den Negativpreis "Pannenflicken" für schlechte Radverkehrsanlagen. Für den gefährlichen Radfahrstreifen mit anschließendem Kreisverkehr in der Wolfäckerstraße erhielt die Stadt Filderstadt den Goldenen Pannenflicken 2008. Silber ging an den Landkreis Lüneburg für eine indiskutable Lösung an einem Bahnübergang zwischen Scharnebeck und Echem. Für den Bronzenen Pannenflicken 2008 wählten die Mitglieder der Initiative mit Stimmengleichheit einen rechtswidrigen und gefahrbergenden Radfahrstreifen in der Nürtinger Bahnhofstraße und eine ähnlich riskante Radverkehrsanlage in Göppingens Hohenstaufenstraße. Der Sonderpreis "Trampelpfad" ging an die Gemeinde Radeberg.

Die Mitglieder der Initiative Cycleride wählen seit 2006 aus bundesweit eingereichten Vorschlägen die übelsten Radverkehrslösungen und vergeben an die Gewinner den "Pannenflicken". Für das Jahr 2008 stimmte die Mehrheit der Mitglieder für eine Radspur und den anschließenden Kreisverkehr in der Wolfäckerstraße von Filderstadt (LKR Esslingen). Zum Einen schließen sich Radwegebenutzungspflichten und 30-Zonen nach § 45 (1c) StVO gegenseitig aus, zum anderen hielten sich die Verantwortlichen in der Verwaltung aber auch bezüglich der Nutzung der Radspuren nicht an bundesdeutsches Recht. Die Radspur wird als benutzungspflichtiger Zweirichtungsradweg ausgewiesen, was ebenso unzulässig und riskant ist, wie jenes Piktogramm, welches den Eindruck erweckt, Fußgänger dürften diesen Sonderweg ebenfalls nutzen. Dieser Weg wird v.a. von Schülern stark frequentiert.

Den zweiten Platz belegte ein Radweg zwischen Scharnebeck und Echem, der im Gegensatz zur Fahrbahn keinen Bahnübergang bekommen hat, so dass bei linksseitiger Benutzung im Gegenverkehr geschoben oder zweimal die Fahrbahn überquert werden muss. Obwohl der Radweg nicht durchgängig benutzbar ist, wird die Benutzungspflicht beibehalten, vermutlich, damit Fördermittel nicht zurückgezahlt werden müssen. Diese "Schulwegsicherung" macht den Schulweg erst recht gefährlich.

Bronze ging wegen Stimmengleichheit an zwei radverkehrspolitische Pannen. Die Stadt Nürtingen (LKR Esslingen) belegt in der Bahnhofstraße abenteuerliche und zugleich rechtswidrige Radspuren mit Benutzungspflichten und nimmt am Ende in Kauf, dass Radfahrer auch mal gegen Ampelmasten oder Fußgänger fahren.

Die Kreisstadt Göppingen war mehrfach nominiert und belegte mit dem sehr gefährlichen, aber benutzungspflichtigen Radfahrstreifen in der Hohenstaufenstraße, der direkt neben zahlreichen Senkrechtparkplätzen verläuft, ebenfalls den dritten Platz.

Der Sonderpreis Trampelpfad ging an Radeberg (LKR Bautzen). Dort wurde ein indiskutabler Weg durch Zeichen 240 als gemeinsamer Fuß- und Radweg versehen. Nicht nur die Wegbeschaffenheit, sondern auch die gefährlichen Enden verhalfen Radeberg zum "Sieg".

Die Preisträger wurden den verantwortlichen Behörden bekanntgegeben und sind unter http://www.cycleride.de unter Aktionen detaillierter aufgelistet. Alle nominierten Problemfälle können in der Rubrik Fotogalerie angesehen werden.

Die Initiative Cycleride (IC) setzt sich bundesweit für praxistaugliche Radverkehrspolitik ein. Die Mitglieder und Mitarbeiter, darunter sowohl Alltagsradler als auch Radsportler, fahren selbst überdurchschnittlich viel mit dem Rad und sammeln dadurch erheblich an Erfahrung mit bundesdeutschen Radverkehrseinrichtungen, -rechten, -pflichten und vor allem den ausufernden Missbrauch von Steuergeldern und der inflationären Anordnung von Radwegebenutzungspflichten zulasten der Sicherheit der Radfahrer.