- Initiative Cycleride

Jeder Radfahrer ist ein Auto weniger im Stau....

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Initiative Cycleride

Für eine praxistaugliche Radverkehrspolitik

Wir sind eine private Initiative aus Radfahrerinnen1 und Radfahrern ohne kommerzielle Ziele. Hauptanliegen ist es, mehr Sicherheit, Toleranz und Verständnis im deutschen Radfahreralltag zu erwirken - auch bei sportlichen Radfahrern. Kurz: Wir wollen, dass Sie sich (auch) auf dem Fahrrad gut und sicher fortbewegen können.

Die jetzige Rechtslage und die in diesem Zusammenhang teilweise gefällten Gerichtsurteile quer durch die Republik hinterlassen bei sehr vielen Radfahrern und Kraftfahrzeugführern eine hohe Unsicherheit und Unwissenheit. Darüber hinaus stellt diese bundesweit praktizierte "Fahrradpolitik" das Verkehrsmittel Fahrrad in eine ungleich schlechtere Position als Kraftfahrzeuge.

Wir sind der festen Überzeugung, dass möglich ist, den Radverkehr sicher und komfortabel zu führen und nicht vermeidbar zu gefährden und zu behindern. Unser Ziel ist eine breite gesellschaftliche Debatte über den Stellenwert des Fahrrades als Verkehrsmittel. Wir versuchen, möglichst viele Radfahrertypen unter einen Hut zu bekommen. Allerdings ist uns bewusst, dass es DEN Königsweg für alle Radfahrerwünsche und -vorlieben gepaart mit der optimalen Sicherheit nicht geben kann, denn Radfahrer gelten als die inhomogenste Gruppe unter allen Verkehrsteilnehmern.

Gerade die derzeitigen Diskussionen zu CO2, Dauerstaus, Parkraumsituationen, Feinstaub usw. machen das Fahrrad auf Kurz- oder Mittelstrecken wieder zu einem ernstzunehmenden Fortbewegungsmittel. Jedes Kraftfahrzeug weniger auf unseren Straßen kommt allen zu Gute, unser Traum ist es, dass dies möglichst viele Mitmenschen erkennen, akzeptieren und fördern. Dennoch sind wir uns im Klaren, dass es heutzutage ohne Auto kaum geht, und streben ein harmonisches Miteinander an. Eine Gefährdung von Radfahrern muss vermieden werden. Hier wird unserer Meinung nach viel zu wenig oder - noch schlimmer - das Falsche getan.

 

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Aktueller Brennpunkt

Schwere Unfälle mit Todesfolge wegen "Verkehrsberuhigung"!?

 
--- *zu den Brennpunkten* ---

 

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Pannenflicken

Jährlich verleihen wir die Auszeichnung "Pannenflicken" an Städte, Gemeinden und Landkreise, die allzu offensichtlich nicht an den Radverkehr denken und fahrlässig die Gesundheit von Radfahrern gefährden. Für 2006 wurden die drei schlimmsten Trampelpfade, die als benutzungspflichtiger, gemeinsamer Fuß- und Radweg für beide Richtungen ausgeschildert sind, geehrt. Der silberne Pannenflicken wurde durch die Stadt Viechtach sehr schnell komplett beseitigt, die Rad-/Fußwege sind nun reine Fußwege. So muss es sein! Auch 2007 gab es einige Überraschungen. Ober-Ramstadt reagierte binnen einer Woche mit einer kompletten Umbeschilderung, andere dagegen meinten, was wir denn gegen Schotter-Radwege hätten und haben bis heute nichts geändert. 2008 siegte ein katastrophales Sammelsurium von Rechtswidrigkeiten auf einem gemeinsamen Zwei-Richtungs-Radstreifen in Filderstadt, auf den sogar noch Fußgänger verwiesen werden. Und das vor einem Gymnasium! 2009 gab es einen auf dem Radweg mittig mit Bäumen bepflanzten Sieger und erstmals auch einen Preisträger, dessen Zwei-Richtungs-Radweg durch eine dunkle Scheune führt! 2010 siegte Delmenhorst mit einem völlig unzureichendem Radweg, dessen Pannenflickensieg jedoch bei den Lokalpolitikern auf teilweise deutlichen Protest stieß.

Krass war der regionale Aufruhr 2013 wegen dem Rullstorfer Trampelpfad, bei dem man nicht glauben konnte, wie viele Bürger diesen unterirdischen Schotterweg für ausreichend für alle Radfahrertypen betrachteten. 2015 und 2016 fanden sich die Drängelgitterexperten auf Fehmarn und in Donzdorf unter den Siegern, die sprichwörtlich eisern daran festhielten, dass Drängelgitter zum Schutz der Radfahrer notwendig seien, ungeachtet der vielen, dadurch bedingten, Unfälle mit teils schweren Verletzungen. Ein betrübliches Bild gibt die mehrfach nominierte und ausgezeichnete Stadt Filderstadt ("Fahrradfreundliche Kommune") ab, die sich beharrlich weigert, selbst marode und viel zu schmale Radwege oder solche mit vielfältigen Gefahrenstellen von Benutzungspflichten zu befreien.

Vielfache Unfallgefahr in Filderstadt auf abschüssigen Zwei-Richtungs-Rad- und Fußwegen

 

Petition gegen die Radwegbenutzungspflicht

Unser Mitarbeiter Sven Ledebrink hat 2007 zur Verbesserung dieses Zustandes eine öffentliche Petition beim Deutschen Bundestag eingereicht, in der er die vollständige Abschaffung der Radwegbenutzungspflicht fordert. Die fast 17.000 Unterzeichner warteten ungewöhnlich lange gespannt darauf, wie sich der Petitionsausschuss des Bundestages dazu äußert. Wir waren uns sicher, dass sich irgendetwas wirklich Einschneidendes tun wird, denn die derzeitigen Radverkehrsprobleme sind einfach nicht mehr akzeptabel. Dies rührt vor allem daher, dass äußerst viele Kommunen schlichtweg die StVO und deren Verwaltungsvorschrift missachten. Dadurch werden z. B. Radwege gebaut, die nachweislich gefährlicher sind, als die Fahrbahn. 

Leider wurde unsere Petition dann doch abgewiesen. Äußerungen des damaligen parlamentarischen Staatssekretärs des Bundesverkehrsministeriums Kasparick zufolge gäbe es gar keine Radwegsbenutzungspflicht! Dies sei leider noch immer kaum zu den Verkehrsplanern durchgedrungen, die überwiegend falsch planen und beschildern würden. In diesem Zeitraum wurde dann auch die Fahrradakademie durch den Bund gegründet, der Verkehrsplaner unter anderem in diesen Punkten schulen sollte.

"Radwege" sind laut Bund und StVO lediglich Alternativen für Radfahrer zur Fahrbahn! Radfahrer dürfen nicht auf Wege gezwungen werden, auf denen sie größeren Unfallgefahren ausgesetzt sind, als auf der Fahrbahn!

Fragen, Anregungen, Kritik

Haben Sie konkrete Fragen? Dann wenden Sie sich direkt an uns: ic-kontakt (at) cycleride (dot) de.

Wir freuen uns über jegliche Unterstützung und ehrenamtliche Mitarbeit!


1 Auf unserer Website sollen sich ausdrücklich Frauen und Männer angesprochen fühlen. Wegen der besseren Lesbarkeit wird aber regelmäßig das generische Maskulinum "Radfahrer" verwendet (Hintergrundinformationen zum grammatischen Geschlecht und seiner Verwechslung mit dem natürlichen Geschlecht (external link)).